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Stillen

Stillen

Viel hängt von der bewussten Entscheidung zu stillen ab.

Wahrscheinlich ist Stillen eine Ableitung des Wortes „Stille“ oder des Adjektivs „still“. Obwohl so alt, wurde im Neuhochdeutschen  erst seit dem 16. Jahrhundert das Wort  „Stillen“ anstelle von „Säugen“ verwendet. Beides wird noch im Sprachgebrauch benutzt, nur wird jetzt häufiger  vom „Stillen“ als vom „Säugen“ gesprochen.

 

Im Althochdeutschen,
also seit dem 
8. Jahrhundert nach Christus,
kennt man das Wort
Stillen
als Synonym von Säugen. 

 

Viel hängt von der bewussten Entscheidung stillen zu wollen ab. Eine bewusste Entscheidung trifft man am besten mit dem Herzen. Es bringt nichts, wenn der Verstand dir sagt, „Stille dein Kind“ und deine Gefühle, warum auch immer, sich dagegen sträuben. Ist man sich nicht sicher, ob man stillen möchte oder hat insgeheim eine Abneigung gegen das Stillen, kann das zu Problemen führen. Der Körper reagiert auf die Abneigung mit Stress, was für Mutter und Kind eher abträglich ist und dann hat man vielleicht zu wenig Milch, die Brustwarzen reagieren mit Schmerzen oder entzünden sich schnell oder das Anlegen funktioniert nicht richtig. Dann ist es auf jeden Fall besser das Kind mit der Flasche liebevoll zu ernähren, da sich ansonsten negative Gefühle auf das Kind übertragen können.Durch Fehlinformationen glauben viele Frauen, dass sie nicht Stillen können. Für Frauen die das glauben, ist es sinnvoll, sich in eine Stillberatung zu begeben, bevor sie eine Entscheidung treffen. Der Glauben nicht stillen zu können wird leider oft schon in den Krankenhäusern geschürt. Selbst Hebammen neigen manchmal dazu, zu raten, es doch besser mit der Flasche zu probieren. Bei Stillproblemen ist man auch bei der „La Leche Liga“gut aufgehoben.

Es ist reiner Aberglaube,
dass die Größe der Brust
entscheidend ist
ob gestillt werden kann
oder nicht.


Die Form der Brustwarze wie zum Beispiel Schlupfwarzen oder Hohlwarzen stellen normalerweise ebenfalls kein Hindernis dar. Sie bedürfen etwas mehr Übung und Geduld  und gegebenenfalls der Hilfe einer Stillberaterin. Auch meine Mutter hat sich wie viele Frauen damals einreden lassen, dass sie mit ihren Brustwarzen sowieso nicht stillen kann. Damals gab es auch kaum Literatur zu Themen der Babypflege und deshalb geht es nicht darum unseren Müttern Vorwürfe zu machen.  Liebe Mütter, ihr habt euer Bestes getan und tut es noch. Mein Apell an Mütter, die gesagt bekommen haben sie können nicht stillen, ist: „Wenn es geht, einfach ausprobieren und sich eine eigene Meinung bilden.“

Mal abgesehen von den vielen Kriterien der Ernährungsphysiologie (Schutz vor Infektionen) des Stillens haben für mich die seelischen Gesichtspunkte einen sehr großem Stellenwert. Während der Schwangerschaft hat sich im Regelfall ja schon eine enge Beziehung zwischen Mutter und Kind aufgebaut und das Stillen ist eine gute Basis diese zu vertiefen. Das Urvertrauen des Kindes wird gestärkt, die Intuition und der Instinkt der Mutter gefördert.



Es war und ist für mich
ein unbeschreibliches Gefühl,
das Wissen zu leben,
ein Lebewesen
aus mir selbst
heraus zu ernähren,
den Geruch
des saugenden Babys
in mich aufzunehmen
und es stundenlang
an meinem Körper zu tragen.



Ich habe mich oft darüber gewundert, wie fit ich nach den vielen wachen Nächten war. Im ersten halben Jahr hatte ich bei beiden Kindern das Gefühl, gar nicht geschlafen, sondern höchstens mal geruht zu haben. Auch konnte ich in allen möglichen Positionen ruhen, was mir sonst nicht gelingt. Durch das Prolaktin, ein Hormon, das das Wachsen der Brustdrüsen während der Schwangerschaft anregt und zur Milchproduktion führt, sinkt das Schlafbedürfnis und man wird geduldiger. Das war auch gut so, denn unser Sohn hatte von Anfang an das Bedürfnis immer nur kurz an der Brust zu saugen und dann daran einzuschlafen, nur um kurz darauf wieder aufzuwachen und weiternuckeln zu wollen. Dieses Stillverhalten wird auch Clusterfeeding genannt und ist bei Säuglingen völlig normal. Man muss auch keinerlei Ängste haben, weil es manchmal so aussieht, als würde das Kind nicht satt werden. Das häufige Saugen ist ein Hinweis an die Brust, die Produktion hochzufahren, weil ein Wachstumsschub bevorsteht.
 

Ebenso ist es für das Baby wichtig
so viel Körperkontakt
wie möglich zu haben.
Das Stillen gibtSicherheit, Geborgenheit
und Urvertrauen
 

Der Säugling kann den Geruch der Mutter aufnehmen ihre Wärme spüren und ihre Stimme hören, während es genüsslich an der Brust saugt. Ich glaube diese Zeit ist gemeint, wenn in unseren Geschichten vom Schlaraffenland die Rede ist.

Eine günstige Position für das Stillen ist der Wiegegriff,  bei dem sie den Kopf ihres Babys in der Armbeuge halten und es ihnen zugewandt ist, so dass sie Bauch an Bauch sitzen oder liegen. Worauf man beim Anlegen achten sollte ist, dass die Brustwarze vom Kind richtig aufgenommen wird, damit es keine Luft schluckt, was häufig zu Blähungen führt.

Bis heute hat sich die Theorie der blähenden Lebensmittel noch nicht bewiesen, doch es kursieren immer wieder Ratschläge und Warnungen, was eine Mutter essen und auf was sie verzichten sollte. Da hilft eigentlich nur eins. Ausprobieren. Ich habe bis jetzt nicht herausfinden können von was die Blähungen bei unseren Kindern kommen, wenn sie welche haben und habe mittlerweile aufgegeben mich wilden Spekulationen hinzugeben. Bei Zitrusfrüchten habe ich jedoch das Gefühl, das die Kleine darauf reagiert. Aber auch da ist jedes Kind anders und vorsichtiges Probieren schadet sicher nicht.




 
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