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Stilldauer

Stilldauer

In der Regel wird nach einem halben Jahr abgestillt.

Im Schnitt liegt die Stilldauer weltweit bei ungefähr vier Jahren. Vier Jahre Stillen, ist eine lange Zeit, doch in vielen Gebieten unserer Erde ist Langzeitstillen wegen Nahrungsmangel und anderer widriger Lebensbedingungen ein Muss, um die Kinder über die ersten Jahre zu bringen. Bei uns ist das zum Glück nicht so. Trotzdem hatte ich mich dazu entschlossen, mein Kind sich selbst abstillen zu lassen.


In Deutschland
gilt die Regel,
dass nach vier
bis fünf Monaten
beigefüttert
und nach einem
halben Jahr
abgestillt wird.


Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt beim Stillen eine Mindestdauer von zwei Jahren, wobei ab einem halben Jahr zugefüttert werden kann. Es ist laut WHO sogar sinnvoll, den Zeitpunkt des Abstillens dem Kind zu überlassen. Ist Stillen nicht möglich, so wäre es gut Muttermilch abzupumpen und dem Säugling die eigene Milch mit der Flasche zu geben. Geht auch das nicht so wäre die nächste Option die gespendete Milch einer anderen Mutter. Ist auch dieses nicht möglich, wird als letzte Wahl künstliche Muttermilchersatznahrung aufgeführt.

Oft habe ich gehört, dass die Kleinen noch im Schulalter an meiner Brust hängen würden. Das Gegenteil ist bei unserem Sohn schon bewiesen. Ich musste mir auch anhören, ich würde ihn nie aus unserem Familienbett hinausbekommen. Auch das ist nicht geschehen. Dabei ist das Familienbett eine äußerst praktische Sache. Nachts liegen bleiben zu können, um sein Kind zu stillen, hat mir mein Vorhaben mit dem Langzeitstillen eindeutig erleichtert. Aussagen wie, du kannst dein Kind zerdrücken oder ersticken, wenn du dich im Schlaf auf es drauf legst, sind meiner Meinung nach unbegründet. Als Eltern entwickelt man ein Gespühr für sein Kind, das einen Aufwachen lässt, wenn mit dem Kind etwas nicht stimmt.

Mein Sohn hat sich um seinen dritten Geburtstag herum von selbst abgestillt. Sogar ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, an dem er in den Kindergarten kam. Es war lustig zu beobachten, wie spielerisch er dabei vorging.  Erst verlangte er tagsüber immer seltener nach „Mumi“ (Muttermilch). Dann nur noch abends zum Einschlafen. Innerhalb von wenigen Wochen war es dann vorbei mit der Stillerei und für uns beide gab es ein erstes Loslassen, was sehr sanft von Statten ging.  Mit drei Jahren  schlief er auch immer wieder mal im eigenen Bett in seinem Zimmer. Er durfte sich aussuchen, wo er schlafen wollte und die Zeiten in denen er in unserem Bett schläft, beschränken sich auf ein Minimum. Ritual war und ist noch heute, dass unser Sohn morgens zum kuscheln zu uns ins Bett krabbelt, eine schöne Art geweckt zu werden. Um seinen vierten Geburtstag, an dem er sich eine Schwester wünschte, zeigte er beim gemeinsamen Baden auf meine Brust und wollte wissen, ob den noch Mumi in der Brust sei. Ich drückte ein wenig auf die Warzen und zu seiner Freude kam noch ein kleiner Tropfen Milch heraus. „Der ist für das nächste Baby“, meinte er dann und war zufrieden.



Um zu den Aussagen zurückzukommen, dass die Kinder ewig nuckeln und nicht aus dem Elternbett zu kriegen seien, beide sind nicht eingetroffen und ich habe es auch nicht erwartet. Ich glaube, wenn einem Kind in den ersten drei Jahren Liebe, Geborgenheit und Aufmerksamkeit geschenkt werden, dann hat das Kind es leichter, die Welt zu entdecken, denn es hat einen sicheren Hafen, in den es jederzeit zurückkehren kann. Damit meine ich nicht ein Festhalten der Mutter oder des Vaters, das gibt es auch und ist natürlich kein Weg sein Kind zu einem selbstständigen Menschen zu erziehen.


Des öfteren
haben Kinder Probleme
sich von der Mutter,
zum Beispiel
im Kindergarten zu trennen,
wenn sie spüren,
dass die Mutter
nicht loslassen kann.


Natürlich heißt das nicht gleich, dass alle Mütter, deren Kind ab und zu etwas anhänglicher ist als gewöhnlich nicht loslassen können. Ein Mangel an Liebe, Geborgenheit und Aufmerksamkeit könnte auch in uns Eltern stecken. Es tut also gut, auch einmal unsere eigene Motivation zu beleuchten.
 
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