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Ich arbeitete mit Schülern von der ersten bis zur zehnten Klasse, gab Sprachförderung an einer Grundschule arbeitete mit Schulsozialpädagogen zusammen, betreute Ferien-Freizeiten, leitete ein Rock-Mobil und gab dort Migrantenkindern und Jugendlichen meine musikalischen Fähigkeiten weiter, arbeitete in einem Jugendtreff und wurde schließlich selbst Mutter. So habe ich bis heute schon viel Zeit gehabt, Kinder zu beobachten und von ihnen zu lernen. Eine meiner Beobachtungen war, dass unsere Kinder uns schon längst überholt haben. Während wir uns noch gemütlich auf der rechten Spur fortbewegen, rasen unsere Kinder an uns vorbei. Kein Wunder, dass es oft zwischen uns Erwachsenen und den neuen Generationen zu Konflikten kommt.
Mit dieser Seite möchte ich ein kleines Nachschlagewerk schaffen für Antworten auf Fragen, die sich mir gestellt haben und die sich vielleicht auch anderen Menschen stellen, wenn sie ein Kind bekommen und sich das Leben um hundertachtzig Grad dreht. Ebenso für diejenigen, die gerne mit Kindern arbeiten wollen oder es schon tun und nach ganzheitlichen neuen Wegen in der Kindererziehung suchen. In vielen Fällen stellen sich diese neuen Wege als uralte Methoden heraus. Dabei erhebe ich keinesfalls einen Anspruch auf Vollkommenheit. Allen Themen, die ich auf dieser Seite anspreche, gehören für mich zu einer Einheit und es kommt auf eine gesunde Mischung an. Sobald man eine Erziehungsmethode um jeden Preis so umsetzen will, ohne auf die jeweilige Situation einzugehen, wird einen die Realität bald eines besseren belehren. Langes Stillen ist gut, aber ich muss als Mutter auch loslassen können, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Wir leben in einer Zeit der schnellen Wandlungen und ich glaube, dass sich so manche der herkömmlichen Erziehungsmethoden langsam aber sicher überholt haben. Mir ist aufgefallen, dass seit ich Mutter bin, regelmäßig Hobby Erziehungsexperten meinen Weg kreuzen. Mal heißt es man soll das Baby auch mal schreien lassen, da es sonst verwöhnt wird. Ein anderes Mal wird einem geraten sofort auf ein schreiendes Baby zu reagieren. Ich weiss, wie nervend das sein kann und möchte jedem den “guten Rat“ geben, am besten auf sein Gefühl zu hören. Alles, was ich hier zum Thema mache, ist meine Sicht der Dinge und ich respektiere es natürlich, wenn Menschen andere Wege gehen. Wie langweilig wäre es, wären wir alle gleich. Da Informationsbroschüren zum Thema Impfen die man für gewöhnlich beim Kinderarzt in die Hand gedrückt bekommt allesamt von der ständigen Impfkommission (STIKO) kommen, und damit sehr einseitig sind, war mir wichtig, obwohl ich ein Laie auf dem Gebiet bin, diese heikle Thematik anzusprechen. Bücher zu diesem Thema finden sich im Literaturverzeichnis. Das Allerwichtigste was ein Kind braucht ist es so zu lieben, wie es ist, egal ob es nun eine Windel an hat, ein kleiner Zappelphilipp ist oder eine Sechs in Mathe mit nach Hause bringt. Die besten Methoden und Voraussetzungen bringen dem Kind nur wenig, wenn keine Liebe im Spiel ist. Unverhofft kommt oft, sagt ein altes Sprichwort und tatsächlich stimmt das in den meisten Fällen. So war es auch bei mir und meinem Mann. Es bestand kein Wunsch nach einem Kind, allerdings war uns beiden klar, dass wenn ich schwanger werden würde, das, was kommt freudig angenommen wird. Als ich dann jeden Morgen mit einer Übelkeit aufwachte, die sich gewaschen hatte konnte ich dieses zwar weniger freudig annehmen aber nach und nach besserte sich mein Zustand und die Vorfreude überwog. Es wäre gelogen zu behaupten, dass ich nicht hin und wieder unter extremen Stimmungsschwankungen litt und bin froh, einen so toleranten und geduldigen Partner an meiner Seite zu wissen. Plötzlich tauchten so viele Fragen auf, die den Rahmen dieses Buches sprengen würden und die sich hauptsächlich erst mal um die Schwangerschaft und die Geburt drehten. Doch eines möchte ich erwähnen. Wir wussten tatsächlich bis zur letzten Sekunde nicht, welches Geschlecht unser Kind haben würde. Während der Schwangerschaft wurde ich einmal von einer Frau gefragt, ob ich mir schon mal Gedanken über eine Windelfreie Erziehung gemacht hätte. Windel...was? Die erste Reaktion war ein irritierter Blick meinerseits und ein verständnisloses hää. Ich hatte mir ja schon über vieles Gedanken gemacht. So wollte ich mein Kind auf jeden Fall stillen und es am besten selbst abstillen lassen und meine Recherchen in Sachen Impfung liefen gerade auf Hochtouren aber ein Kind ohne Windeln, das konnte ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Oder doch? Immer wieder kreisten meine Gedanken um dieses Thema und ich begann mich zu informieren. Einfach war das nicht, da wie ich feststellte jeder, den ich mit diesem Thema konfrontierte, den gleichen fragenden Gesichtsausdruck bekam, den ich wohl auch gehabt hatte. Heute steht bei mir die Erziehung ohne Windeln gleichberechtigt neben dem Langzeitstillen und dem Tragen im Tuch oder Trage ohne diese Methoden zum Dogma erklären zu wollen. Wenn die Oma unseren Kleinen, es wurde ein Junge, mit dem Wagen spazieren fahren möchte, werde ich sie nicht davon überzeugen wollen, wie gut es ist die Kinder zu tragen und wenn wir im Wohnmobil der Großeltern unterwegs sind, wird auf Wunsch auch Nachts eine Windel angezogen. Wir sind da recht flexibel und so sollte es auch sein. Jeder trägt seine eigene Wahrheit mit sich herum und jede Wahrheit hat seine Gültigkeit. Wenn Menschen sich unterhalten ist das Reden meistens einfacher, als das Zuhören. Hat man selber Erfahrungen zu einem Thema gemacht, so fangen die Gedanken an, um dieses Thema zu kreisen, und schon hört man nicht mehr richtig zu. Um wie viel schwieriger ist es dann wohl, einem Kind richtig zuzuhören, dessen Gedanken oft für unsere Verhältnisse zu banal oder zu phantastisch klingen. Doch genauso wie die Kinder von uns lernen ist es wichtig, auch sie als unsere Lehrer anzunehmen. Das gilt nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch für das Bildungssystem, das sich meiner Meinung nach komplett verändern muss. Die Evolution hält nun mal nicht an und so ist es auch kein Wunder, das in unserer schnelllebigen Zeit auch die Kinder immer schneller werden, was leider oft als Störung oder Defizit behandelt wird. Nicht nur unsere Kinder, auch wir haben noch viel zu lernen. Dabei wünsche ich uns allen noch viel Spass und Offenheit. |